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23. November 2013
Review
  BATTLEFIELD 4
  [ 360 / PC / PS3 / PS4 / XBO ]   

BATTLEFIELD 4 Der Sandbox-Vertreter unter den First Person Shootern ist zurück. Nach dem Klingeln wartet er jedoch nicht lange an der Tür sondern bläst direkt ein Loch in die Hauswand und macht es sich im Wohnzimmer gemütlich. Mitgebracht hat er dabei allerhand Neuerungen und Verbesserungen zu seinem vorherigen Produkt, die noch mehr Staub aufwirbeln sollen als sein explosiver Eintritt. Aber was genau steckt hinter diesen nur allzu bekannten Marketing- Versprechen? Hat Entwickler DICE den Multiplayer wirklich ausgebaut und den Singeplayer verbessert?

Kurzum: Sollte man diesem explosiven Hausgast Kekse anbieten oder lieber die Gasflasche für den hauseigenen Flammenwerfer suchen gehen?

Krieg in der Photoshop Posteffekt Filter Disco

Fangen wir mit dem Stiefkind, nämlich dem Singleplayer-Modus, an. DICE soll aus seinen Fehlern gelernt und sich die Beschwerden zu Herzen genommen haben. So ist die Geschichte zwar diesmal etwas robuster gebaut als in den Vorgängern, würde man aber einmal jeglichen Militär-Jargon und die anhaltenden Schimpftiraden der NPCs aus dem Skript streichen, würde dies gefühlt noch knapp zwei DIN A4-Seiten umfassen. So geht es um einen ermordeten chinesischen Präsidentschaftskandidaten dessen Tod den USA in die Schuhe geschoben wird. Der Spieler schlüpft nun in die Rolle von Sergeant Recker, einem Mitglied des Tombstone Squad, um dieses "Missverständnis" aufzuklären.

Im Grunde war das auch schon alles Wichtige. Dieser Handlungsstrang verliert sich in der 5-7 Stunden andauernden Kampagnen nämlich vollkommen und taucht erst wieder gegen Ende mit einem schwachen Zwist auf, den man schon von Weitem kommen sehen kann. Viel eher liegt der Fokus auf den Interaktionen zwischen den Charakteren des Tombstone Squad. Diese sind aber leider so unausgegoren und klischeehaft, dass sie dem Spieler eher Augenrollen als Empathie entlocken. Grund hierfür ist unter anderem besonders das Alter Ego: Sergeant Recker leidet nämlich unter dem "Stummer Protagonist"-Syndrom, man sieht also nur zu, statt zu handeln.

Während dies eigentlich kein allzu problematischer Kritikpunkt ist, schießt sich das Spiel hiermit jedoch selbst ins Bein: Recker wird nämlich schon kurz nach Beginn zum Squad Leader befördert, er bzw. der Spieler ist also für die Aktionen seiner Kollegen verantwortlich. Da man jedoch nicht selbst agieren kann muss man folglich mit allen Entscheidungen die diese treffen vorlieb nehmen, Rangordnung hin oder her.

Sowieso scheint Reckers Beförderung nur einen Zweck zu haben: Nämlich um das "Engage"-Kommando zu rechtfertigen. So kann man seine NPC Kollegen mit einem Druck auf die R2-Taste dazu befehligen die anvisierten Feinde unter Beschuss zu nehmen. Allerdings sehen die NPCs diesen Befehl eher als vage Richtlinie, des Öfteren muss man selbst nachhelfen. Auch sonst sind die Kumpanen eher Zierde als tatkräftige Unterstützung: Da sie über Unverwundbarkeit und unendlich Munition verfügen richten folglich alle Gegner ihre Aufmerksamkeit nur auf Recker. Macht aber auch nichts, denn selbst auf dem höchsten der drei Schwierigkeitsgrade ähneln die Feinde eher Tontauben als intelligent agierenden Soldaten. So kommt es oft vor, dass diese zwar in Deckung gehen, aber nur zu gerne dass ein oder andere Körperteil über die Deckung hervorragen lassen. Das Leveldesign hilft dabei auch nicht weiter, da alle Missionen schlauchförmig aufgebaut sind, man weiß immer wann (neuer großer Raum) und woher (stets von vorne) die Gegner angerückt kommen. Flankenmanöver oder anderen taktischen Firlefanz sucht man vergeblich. Dass dies auf Dauer ziemlich eintönig werden würde haben auch die Entwickler erkannt und so wechselt nach jeder der rund 45 Minuten dauernden Missionen schnell ganz der Tatort: Angefangen von einer Baustelle in Baku kämpft man sich durch einen gekenterten Flugzeugträger bis hin zu einem feindlichen Flugplatz, den man durch taktischen Beschuss komplett auseinander nimmt. Hier spielt Battlefield 4 dann auch wirklich mit seinen Stärken:

Dank der neuen Frostbite Engine sehen diese Lokalitäten nicht nur sehr gut aus, nach andauerndem schwerem Beschuss liegen ganze Häuser in Schutt und Asche. Und das alles in Echtzeit.

Leider war das auch alles an Lob den man der Kampagne zusprechen kann, denn einige technische Mängel trüben den Spielspaß: Während nachgeladene Texturen noch kein Beinbruch sind und auch der ein oder andere Glitch Schmunzeln und Kopfschütteln vereinen mag (so laufen die NPCs bspw. durch Wände sollte der Spieler einmal zu weit vorgeprescht sein und sie müssen aufholen), gibt es zwei unverzeihliche Macken: Zum Einen sind da die häufigen Freezes. Ohne Grund hängt sich das Spiel auf und muss neugestartet werden. Während man im Singleplayer zwar "nur" den letzten Checkpoint neu laden muss, kann dies im Multiplayer gegen Ende einer guten Partie einiges an Frust verursachen. Dieser Fehler soll zwar nur die PS3-Version betreffen, auf den anderen Plattformen gibt es dafür ähnliche Ärgernisse (Abstürze, Fehlermeldungen, etc.). Das Schlimmste ist jedoch folgender Mangel: Ohne Grund kann es vorkommen, dass nach dem Spielstart der Spielstand im Datennirvana verschwindet. Hat man kein Backup gemacht muss die Kampagne wieder komplett von vorne gespielt werden. Umso ärgerlicher, da somit auch für den Multiplayer freigespielte Extras (Waffen, Medaillen, etc.) verloren gehen.

"Keine Panzer oder Polly ruft die PETA! - Kraaak!"

Aber Hand aufs Herz: Wer spielt bzw. kauft Battlefield (allein) wegen seinem Singleplayer? So ist es also kein Wunder, dass der Großteil von DICEs Aufmerksamkeit auf dem Multiplayer liegt und hier seine bekannten Stärken ausspielt: große Karten, eine Vielzahl unterschiedlicher Fortbewegungsmittel, allerhand Waffen, verschiedene Modi, zerstörbare Umgebungen, und und und...An vorderster Fronst steht dabei diesmal das neuartige "Levelution"-Konzept: Jede Karte hat ein bestimmtes Merkmal, das, wenn es zerstört wurde, den Schlachtverlauf merklich verändern kann. So kann auf einer Karte bspw. ein Hochhaus eingerissen werden woraufhin die Straßen mit einer dicken Staubschicht bedeckt werden und die Sicht merklich leidet. Auf einer anderen sprengt man ein Loch in einen Damm, wodurch die Karte komplett geflutet wird was Kampfboote als Fortbewegungsmittel in den Mittelpunkt rückt. Diese dynamischen Veränderungen sehen nicht nur spektakulär aus und kommen beinahe einem Wechsel der aktuellen Karte mitten im Getümmel gleich, man freut sich auch noch diebisch wenn man selbst der Täter war. Leider wird dieses Konzept nicht auf allen Karten wirklich ausgeschöpft: Auf einer der tropischen Karten kann man bspw. "nur" ein Hotel durchlöchern um Deckungsmöglichkeiten zu beseitigen und den Weg von einem Ende der Karte zum anderen zu erleichtern. Auch wurden diese Zerstörungsmöglichkeiten eher selten in Anspruch genommen, meistens waren die Spieler eher mit sich selbst bzw. den Missionsobjekten beschäftigt.

Dies könnte aber auch an der Zahl der Spieler liegen: Während sich auf PS3 und Xbox 360 maximal 24 Spieler tummeln, schöpfen PC, PS4 und Xbox One aus den vollen und erlauben bis zu 64 Spielern den Zutritt. Legt man noch die höher aufgelöste Grafik dazu wird die Version auf den "alten" Konsolen stark überschattet.

Glücklicherweise ändert sich sonst am Spielprinzip nichts. Wie gewohnt hat man die Auswahl aus sieben Spielmodi, wie dem altbekannten Conquest, Team-Deathmatch oder Domination. Neu ist hier jedoch der Obliteration-Modus: Ziel ist es drei Basen des Gegners mit Hilfe einer Bombe zu sprengen. Das Problem ist jedoch, dass diese Bombe stets für jeden Spieler sichtbar ist. So entstehen erbitterte Kämpfe, da der derzeitige Bombenträger immer mit einem (imaginären) aufgeklebten Fadenkreuz auf dem Rücken über die Karte rennt und von seinen Kollegen gedeckt werden muss. Somit ist dieser Modus allerdings auch eine willkommene Abwechslung zu den anderen Modi. Squad-Deathmatch, Rush und Defuse runden das Angebot ab.

In der Realität wäre die größte wahrscheinlichkeit in der Haltung einen "Kill" zu erzielen vermutlich ein Sprung aus dem Fenster

Wem das gemeine Soldatengetümmel nicht mehr reicht kann zudem ab Level 10 in den Commander-Modus wechseln: Als oberster Befehlshaber kann man so seinem Team bspw. taktische Ziele markieren und gegnerische Positionen aufklären. Der Clou dabei: Man muss nicht zwangsläufig an der Konsole spielen sondern kann dies auch von unterwegs auf dem Tablet oder Smartphone mittels einer App.
Möchte man jedoch einfach einmal ein wenig trainieren bietet sich der Training Ground an: Auf dieser Insel stehen alle im Spiel vorhandenen Fahrzeuge zum Ausprobieren bereit, man kann also ohne Stress die Handhabung üben um seine Kameraden später im Gefecht noch besser unterstützen zu können. Zudem findet man hier eine Vielzahl von stationären und bewegten Zielen um seine Schützenkünste zu trainieren. Hat man bspw. eine neue Waffe freigeschaltet ist die Insel der perfekte Ort um diese zu Testen und zu entscheiden, ob man sie benutzen möchte. Ferner dient der Trainingsort noch einem anderen Zweck: Da DICE es versäumt hat einen Charaktereditor in eines der Menüs einzubauen kann man hier in Ruhe sein Loadout wechseln bzw. optimieren ohne das in den Gefechten dafür Zeit vergeuden muss. Dies ist zwar eine fragwürdige Designentscheidung, bis jedoch ein Patch erscheint um dieses Problem evtl. zu beheben heißt es wohl: Warten und Sachen in die Luft jagen. Zusammenfassend lässt sich über Battlefield 4 sagen, dass es zwar ein sehr kompetenter Shooter mit allem was dazu gehört ist. Technische Mängel und die haushoch überlegenen Next Gen- und PC-Versionen überschatten die PS3- bzw. Xbox 360-Version jedoch an allen Ecken. Wer kann holt sich die Battlefield 4 Erfahrung als möglichst auf den neueren Konsolen und nur im Notfall auf PS3 und Xbox 360.


Review
 | Bahnfrei für die nächste Generation

Battlefield 4 schafft es konsequent meine Gefühle hin und her zu reißen. Während der Singleplayer einige einprägsame Momente bereit hält, nervt die unausgegorene Geschichte. Während ich mich einerseits an einstürzenden Hochhäusern ergötze, ärgere ich mich andererseits, dass sich auf den PS3-Servern nicht einmal die Hälfte der möglichen 64 Spieler tummeln darf. Ist man gerade noch in das Kampfgeschehen vertieft, nagt im Hinterkopf der Gedanke, dass jederzeit das Spiel einfrieren könnte und der geleistete Beitrag flöten geht.
Während man bei Battlefield 3 mit den runter geschraubten Features mangels Alternative (den PC einmal ausgenommen) noch leben konnte, ist das "Zwei Klassen"-System von Battlefield 4 zwischen der alten und neuen Konsolengeneration doch ein dicker Happen. Somit wirkt die PS3-Version wie ein müder Versuch Spielern, die vor dem umsatteln unbedingt ein paar Gebäude in die Luft jagen wollen, Geld aus den Taschen zu ziehen.
Von daher kann ich es an dieser Stelle nur noch einmal betonen: Finger weg von den PS3- und Xbox360-Versionen, es sei denn es muss unbedingt, unbedingt, UNBEDINGT sein! Wer jedoch einen spieletauglichen PC, eine PS4 oder eine Xbox One sein eigen nennt darf der Wertung nicht nur zwei Sterne zusätzlich verpassen, er darf auch bedenkenlos zugreifen.

  -  Alexander Fränkel



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