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18. November 2013
Review
  FIFA 14
  [ 360 / 3DS / PC / PS2 / PS3 / PS4 / PSV / Wii / XBO ]   

FIFA 14 Fast hätten am Anfang dieses Testes die Worte "same procedure as every year" gestanden, bis ich bemerkte, dass bereits meine Einleitung zu Fifa 12 genauso angefangen hat. Es ist aber auch symptomatisch: Jährlich beglückt EA Sports Fußballfans weltweit mit einem neuen...

Nun, genau da fängt es auch schon an: Wie nennt man das Kind beim Namen? Aufgrund der lobenswert vielen offiziellen Lizenzen und Clubs, die in der Reihe vertreten sind, besteht natürlich der Zwang, das virtuelle Spiel dem Wechselkarussell der Realität anzupassen. Nicht nur das, auch Trikots und neue Gesichter müssen auf den aktuellen Datenträger. Würde man sich darauf beschränken, so könnte man ein Online-Update anbieten. Da Fifa aber offensichtlich der Goldesel unter den Lizenzen ist, gibt es eine Vollversion per anno. Zum Vollpreis. Bei so einer Vermarktung kann man den Fans dann aber eben nicht nur ein Update anbieten ohne dass diese lautstark protestieren würden. Also wird jährlich an den feinen Stellschrauben des Spiels gedreht.

Fies: In Tarnfarben auflaufen

Wie sehr daran gedreht wird, entscheidet, ob Fifa eher als Aktualisierung der Spielerdaten wahrgenommen wird oder als ein Spiel mit vielen (sinnvollen) Neuerungen, die den vollen Preis rechtfertigen. Als Rezensent steht man vor dem Problem, dass man nicht viel mehr leisten kann, als die Neuerungen aufzuzählen in einem ohnehin über jeden Zweifel erhabenen Produkt. Machen wir uns nichts vor: Fifa ist das Referenz-Fußballspiel auf dem Markt, was nicht nur an der riesigen Zahl an Lizenzen liegt. Der einzig ernstzunehmende Konkurrent PES stellt sich schon seit geraumer Zeit selbst ins Abseits, wenn man dem Stimmungsbild im Internet Glauben schenken darf. Serverprobleme oder nicht gerade vertrauensbildende Aussagen darüber, dass von PES angeblich keine Next-Gen-Version erscheinen wird, sind nicht gerade das, was man gute PR nennen kann.

Als Fan will man natürlich auf dem neusten Stand bleiben. Allein deswegen zuckt es schon in den Fingern. Darüber hinaus gibt es allerdings auch noch so etwas wie Gruppenzwang. Gut, kurz vor Release kam dieses Jahr GTA V heraus und in der subjektiven Wahrnehmung ist Fifa ein wenig untergegangen. Aber trotzdem hat im eigenen Bekannten- und Freundeskreis fast jeder sofort Fifa 14 besessen. Möchte man spielerisch mit- beziehungsweise gegenhalten oder grundlegend technisch auch online mitspielen können, führt schon kein Weg an der 14er-Version vorbei. Nebenbei gehört es zum guten Ton der Avantgarde wie selbstverständlich sich erst einmal über sämtliche Neuerungen zu beschweren und zu schimpfen. Irgendwann wird sich damit arrangiert, dann ist es auf einmal doch nicht so schlecht und wenn die Gewöhnung oder gar Liebe zum Spiel eingesetzt hat, geht das Spiel mit dem neuen Release von vorne los.

Was ist also neu? - Die erste Neuerung, die ins Auge springt, ist das im Vergleich zur Vorversion deutlich aufgeräumtere und modernere Menu. Ein wenig angelehnt an die Kacheloptik von Windows 8 oder den Playstation-Store findet man sich weitaus besser in der Vielfalt der Möglichkeiten zurecht: Die virtuelle Bundesliga, der Karrieremodus, und die Saison, bei der man nun mit einem Mitspieler fest gegen andere antreten kann. Auch das in der Vergangenheit liebgewonnene Ultimate-Team wurde um die von EA sogenannten "Chemistry Styles" erweitert, was nichts anderes heißt, dass man bei der Spielersuche vermehrt auf Eigenschaften Wert legen kann und sollte, die der Teamchemie zuträglich sind. Eine bessere "Chemie" der Spieler untereinander stärkt das Mannschaftsgefüge. Neu und sehr unterhaltsam sind auch die neuen Skill-Spiele, bei denen man sich sehr ausführlich mit den individuellen Techniken der Spieler auseinandersetzen kann. Allein hierbei kann man schon ein paar Stunden verdaddeln.

Unterm Strich zählt aber das Gameplay, das sich nun elementar anders anfühlt und einiges an Eingewöhnungszeit benötigt. Die Spielgeschwindigkeit ist nun erheblich heruntergeschraubt. EA verfolgt damit den konsequenten Weg, das Spiel immer realistischer zu gestalten. Das Tempo ist nämlich auf die sogenannte "Locomotion Engine" zurückzuführen: Ein Sammelbegriff für viele physische Neuheiten. Hat man zuerst das Gefühl, dass der Spieler nicht mehr so direkt auf die Bewegungen des Controllers reagiert, entwickelt man dann ein Gefühl dafür, dass so ein Fußballer irgendwie ja den Gesetzten der Physik gehorchen muss. So wird er aus einem Sprint nicht einfach einen Richtungswechsel im gleichen Tempo machen können, sondern muss erst einmal abbremsen, den Körperschwerpunkt verlagern, um dann die Richtung zu ändern. Trägheit der Masse eben. Das sieht vor allem bei Wiederholungen alles viel realistischer aus, was auch für Ballphysik gilt.
Das Spieltempo wirkt sich auch darauf aus, dass man einen Spielaufbau nun durchdachter angehen kann und etwas mehr Ruhe hat, zu taktieren. Allerdings ist auf der Gegenseite dadurch auch mehr Zeit, die Abwehr so zu positionieren, dass überhaupt kein Durchkommen mehr ist. Zumindest anfangs, wenn man zu zweit auf dem Sofa sitzt und gegeneinander die Feinheiten der Steuerung erkundet. Die Tempowechsel per Schultertaste fallen deutlicher aus, sofern man mit einem sprintstarken Mann loslegt.

Das Stadien sind frisch gekachelt

Des Weiteren wurden bei der Steuerung noch leichte Modifikationen eingebaut, die dem Handling gut tun. So sind die Tricks oder auch Skill Moves genannt, nun komplett durch den rechten Stick zu steuern. Die Schultertaste wird nicht mehr benötigt. Ganz im Gegensatz dazu, wenn man als Angreifer den Ball schützen will. Die Kombination aus linker unterer Schultertaste und linkem Stick hält den Gegenspieler mittels eigenem Körper fern vom Ball. In Sachen Mitspieler hat auch die KI zugelegt und bietet sich bei Angriffen besser an. Will man das konsequent ausnutzen, verzweifelt man aber oft an der (sagen wir mal) "seltsamen" Auslegung der Abseitsregel. Oft sehen die Situationen in der Wiederholung gefühlt komplett anders aus, als im Spielgeschehen. Passiert das zehn Mal hintereinander, ist der Spielfluss deutlich dahin.

Für einen echten Messi braucht es ein 5 Mann Entrümpelungsteam

Nach wie vor auf hohem Niveau ist die komplette Stadionatmosphäre. Auch die beiden Kommentatoren Frank Buschmann und Manni Breuckmann haben einige neue Sprüche auf Lager und erzählen zum Beispiel auch etwas über die einzelnen Stadien, in denen die Spiele stattfinden. Auf Dauer aber kennt man wieder sehr schnell alle Sprüche und amüsiert sich, wenn diese mal wieder völlig unpassend eingeworfen werden.
Grafisch ist Fifa auf dem Stand des Vorgängers. Abgesehen von einigen Verfeinerungen der Gesichter, dem aktiveren Publikum im Stadion oder der oben erwähnten Animationen der Bewegungsabläufe, an denen stark gefeilt wurde.


Review
 | FIFA ist das Maß aller Dinge

Ich habe es bereits erwähnt, Fifa ist das Maß aller Dinge. Natürlich kann man Fifa 14 auch wieder empfehlen, da braucht man nicht lange um den heißen Brei reden. Vor allem diejenigen, die jetzt mal ein Jahr ausgesetzt haben, werden in Sachen Gameplay aus dem Staunen nicht heraus kommen. Wertungstechnisch ist nicht mehr viel Raum nach oben. Der einzige Hinweis, den ich geben kann: Falls jemand ohnehin auf eine PS 4 oder Xbox One wartet, der sollte sich überlegen, auf ein Fifa 14 dieser Generation zu setzen. Alles andere als eine verbesserte Grafik bei ohnehin schon hohem Niveau würde mich sehr wundern.

  -  Michael Holtschulte



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