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30. Oktober 2013
Review
  BEYOND: TWO SOULS
  [ PS3 ]   

BEYOND: TWO SOULS Es gibt sie noch, Spiele abseits der großen Genre-Konventionen und nicht zuletzt dank Sony nicht nur in Indie Gefilden, sondern auch im AAA-Bereich. Die geschürten Erwartungen an den jüngsten Spross Beyond: Two Souls sind hoch, wird doch in der zu Höchstleistung aufgelaufenen Marketing Maschinerie mit geballter Hollywood Star-Power und epischer wie emotionaler Inszenierung geworben.

Wer die Spiele der dahinter stehenden berühmt wie berüchtigten Entwicklerlegende David Cage kennt, kann sich in etwa vorstellen wie Beyond: Two Souls die auf den Bildschirm zaubern will. Doch trotz unverkennbarer Handschrift hat sich sein neuester Streich durchaus weiterentwickelt. Ob zum guten oder schlechten, lest ihr in den folgenden -spoilerfreien- Zeilen.

Bandbreite an Emotionen - Teil 1: Selbstmitleid

Kernelement des Spiels ist die Geschichte der Protagonistin Jodie Holmes die, das ist Ausgangslage und kein Storyspoiler, von Geburt an einen unsichtbaren Geisterfreund hat. Mit ihm als übernatürliche helfende Hand kann sie Poltergeist spielen, die Umgebung unbemerkt auskundschaften und sogar andere Menschen übernehmen und töten. Ein durchaus ungewöhnliches Leben was dem Spieler auch in einer durchaus ungewöhnlichen Erzählweise präsentiert wird. So spielt man keine Story oder keine Quest durch, verfolgt auch kein Ziel, sondern spielt "nur" Passagen aus Jodies Leben in zeitlich wild durcheinander gewürfelter Reihenfolge.

So wird manche Situation erst durch eine später gespielte Szene in der Vergangenheit mit einem "Aha"-Erlebnis erklärt. Wirklich nutzen tut diese Erzählweise der Story nicht, aber sie sorgt mit ihren schnellen Tapetenwechseln für inszenatorische Abwechslung und überlässt dem Spielerhirn das Auffüllen der Storylücken.

Einen großen Unterschied macht die Erzählweise aber dennoch: Wenn ein Spiel, was weniger aus klassischen Gameplay als aus interaktiven Szenen mit Entscheidungsmöglichkeiten besteht, mich wild durch die Zeit springen lässt, wie viel Auswirkungen können die eigenen Entscheidungsmöglichkeiten noch haben? Kann man in Szenen in der Zukunft die Vergangenheit beeinflussen?

Die Antwort ist leicht: Nein, kann man nicht. Beyond: Two Souls bietet zwar Entscheidungsmöglichkeiten in den einzelnen Versatzstücken an, die sich aber nur in einem einzigen Fall untereinander Auswirken aber keinen Einfluss auf den Gesamtverlauf der Story nehmen. Erst im letzten, linear erzählten und hinter allen Versatzstücken platzierten Viertel des Spiels, ziehen sich ein paar Entscheidungen durch oder haben Auswirkungen auf das Ende. - Das heißt aber nicht, dass man seine Geschichte nicht selbst schreiben kann! Die Art und Weise ist nur etwas Plump in den letzten Spielminuten integriert.

Damit die Geschichte immer gleich ist muss, ganz im Gegensatz zu Heavy Rain, eine Sache gegeben sein: Das überleben der Charaktere. - Womit wir beim eigentlichen Gameplay wären.

Bandbreite an Emotionen - Teil 2: Großes Selbstmitleid

Das unterscheidet sich, je nachdem ob man gerade mit Jodie oder ihrem Leibgeist Aiden spielt.

Jodie Leben besteht nicht nur Dialogoptionen, sondern auch aus vielen, vielen Kämpfen, so mancher häuslichen Herausforderung und semi-freien Erkundungspassagen. Jeder Gegenstand mit dem man interagieren kann ist mit einem kleinen Punkt markiert, in dessen Richtung man ganz einfach den rechten Stick zieht. Bei Kämpfen oder anderen Choreographien gilt es Jodies Bewegungsrichtung mit dem Stick nachzuahmen, sobald das Spiel einem dies mit einer Zeitlupensequenz zu verstehen gibt. Das sieht gut aus, müllt den Bildschirm nicht mit den üblichen Quicktime-Einblendungen zu und ist vollkommen Herausforderungsfrei, denn selbst bei Versagen wird Jodie immer überleben und die Story ihren Weg gehen.

Nicht zuletzt dank Luftikus Aiden, der ihr immer wieder helfen muss. Mit ihm schwebt man frei umher und spielt wie schon beschrieben Poltergeist oder fährt in andere Personen oder tötet diese. Mit welchen Gegenständen ihr wie interagieren dürft und mit welchen Personen was tun ist aber ebenfalls akribisch vorgegeben.

Bandbreite an Emotionen - Teil 3: Sehr großes Selbstmitleid

Wenn Beyond: Two Souls in einem Punkt unantastbar ist, dann ist es die Inszenierung. Grafik und Sound haben Hollywood Niveau. - Möglicherweise weil Beyond: Two Souls doch mehr Film als Spiel ist, denn bis auf wenig freien Auslauf hangelt man sich doch von einer Motion Capturing Szene zur nächsten. Stören tut das nicht, sofern man sich mit dem Erlebnis an sich anfreunden kann.


Review
 | Ein Spiel wie ein Zugunglück; ich kann nicht wegsehen!

Wenn ich Beyond: Two Souls rückblickend in ein Wort fassen müsste wäre es: "Meh." - Pompöse Inszenierung und abwechslungsreiche Szenarien (stark schwankender Drehbuchqualität) sorgen für ein süffiges Erlebnis, das ich gerne in kürzester Zeit durchlebt habe.
Dann wiederum lag das nicht an den starken Charakteren, der tollen Story oder der Spielmechanik, im Gegenteil. Obwohl man Hauptcharakter Jodie von Kindesbein an spielt weckte sie in mir kein bisschen Verbundenheit oder Sympathie, erstreckt sich ihre Charakterentwicklung doch auf ihre Haare und verschiedene Ausprägungsstufen von Selbstmitleid. Die Story ist, trotz ihrer wirren Erzählweise vorhersehbar, kaum zu beeinflussen (manchmal scheinen selbst in den Szenen einige Entscheidungen irrelevant zu sein) eine Spielmechanik zwar vorhanden, beinhaltet aber die einzige Herausforderung sich nicht zu verlaufen.
Beyond: Two Souls zeigt wie Hollywood Action für ein breiteres Publikum als es ein Ego-Shooter ist, ihren Weg auf die Heimkonsole schaffen kann. Mit Blick auf ein paar wirklich hervorragende Twilight Zone-Artige Kapitel aus Jodies Leben wünschte ich mir aber mehr ein Serienformat, gepaart mit echten Entscheidungen zum kleineren Preis, so wie Telltale Games es im Kleinen vormacht. So bleibt ein 10 - 12 Stündiger Film mit mittendrin Gefühl (mit ein paar erspielbaren, coolen Szenenvarianten), dem eine Halbierung der Laufzeit und des Preises durchaus gut getan hätten.
Doch meinen eigenen Unkenrufen zum Trotz: Beyond: Two Souls ist wie kein Spiel-"Erlebnis" sonst und alleine dafür schon ein Pflichtkauf,... nur halt nicht unbedingt für 60€.

  -  DS_Nadine



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