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10. April 2013
Review
  TOMB RAIDER
  [ 360 / PC / PS3 ]   

TOMB RAIDER Wenn ich an Tomb Raider denke, dann denke ich an offene Münder in der Spielzeugecke der großen Warenhäuser. Zum einen war da das völlig neue Gefühl des freien Erkundens einer 3D Welt, das die neue Konsolengeneration in Form von Playstation und SEGA Saturn auf einmal ermöglichte, zum anderen die Preisschilder, die am besagten 'Spielzeug' hingen.

Seit dem hat sich viel getan und die Marke Tomb Raider nach einem kometenhaften Aufstieg einen langsamen aber stetigen Weg in die Bedeutungslosigkeit angetreten. Der Name zieht zwar noch immer und die letzten drei großen Auskopplungen haben dem klassischen Spielprinzip noch einmal frischen Wind beschert, die innovationslose Melkung der Teile 1 - 5 sowie das unfertige 'Angel of Darkness' Debakel wirken aber nach. Und eine Veränderung des allgemeinen Spielgeschmacks scheint ebenfalls dazu beigetragen zu haben, die letzten Tomb Raider Spiele vom Multi-Millionen-Megahit zu trennen. - Doch das ist jetzt vorbei: Zeit für den wohlverdienten Reboot!

Welch geschmackvolle Inneneinrichtung!

Tomb Raider, ohne Zahl, ist nichts anderes. Begleitet eine blutjunge Lara auf ihrem ersten echten Abenteuer in die Welt der übernatürlichen Mysterien! Und als wäre es nicht genug Laras (neue) erste Expedition erleben zu dürfen, hat man auch das Spiel in sich generalüberholt.

So beansprucht Tomb Raider für sich, was - zumindest zu teilen - mal sein eigen war; nämlich das Spielprinzip von Sonys First Party Serie Uncharted, welches gekonnt Erkundungspassagen à la Tomb Raider und 3rd-Person Schießereien à la Gears of War kombiniert. Welcher Titel einem dabei besser gefällt liegt dabei sehr am persönlichen Geschmäckle. Tomb Raider bietet eine freier erkundbare Welt und etwas weniger Feuergefechte, wohingegen Uncharted einen streng linear durch seine Welt führt, die dafür aber aus vielen abwechslungsreichen Schauplätzen besteht. Letzteres ist -storybedingt- beim neuen Tomb Raider nicht möglich.

Denn Tomb Raider dreht sich einzig und allein um den Überlebenskampf von Lara Croft auf einer -gar nicht so einsamen- Insel, auf der es nicht mit rechten Dingen zuzugehen scheint. Denn besagte Insel hat notorisch schlechte Laune und lässt jegliche Flucht- und Rettungsversuche scheitern. Ein Schelm wer keine Serientypisch höhere Macht dahinter vermutet.

Als wäre es nicht genug, dass Lara auf einem verhaltensgestörten Eiland festsitzt, haben sich die anderen gestrandeten Einwohner dazu entschlossen ein Live-Rollenspiel zu 'Der Herr der Fliegen' zu veranstalten und wollen Lara durchgängig ans Tanktop. Hier startet dann auch ihre spontane Mutation vom kleinen Mädchen zur hartgesottenen Rambine, nachdem Sie ein Reh, 10 Wölfe und ca. 500 gestrandete Opportunisten zwischen sich und dem Abspann überwinden muss.

Was - aus Spoilervermeidungsgründen - etwas lächerlich formuliert ist, macht seine Sache aber ausgesprochen gut. Die Insel als 'Gegner' oder 'Tomb' in sich flößt Respekt ein und bietet überraschend viele und vor allem eindrucksvolle Schauplätze. Laras Verwandlung ist (für Videospielverhältnisse) durchaus gelungen und die in den Überlebenskampf eingepflegte Story erfüllt ihren Zweck dem Ganzen zu einem Finale zu helfen. ( Wer mehr darüber wissen will lies einmal Co-Tester Lachwitzens Kolumne: 'Tomb Raider - Jetzt wird's persönlich'.) Wenn man sich drauf einlässt fiebert man durchaus mit Lara mit. Wirkliche Ernüchterung macht sich weniger durch die Story an sich, als durch den Kontext mit dem Gameplay breit.

Denn obwohl schnell klar wird, dass die Insel nicht unbevölkert ist, geht die Glaubhaftigkeit nach mehreren hundert ermordeten anderen Schiffbrüchigen ebenso flöten wie nach den völlig herausforderungsfreien Kletterpassagen. Von diversen Logiklöchern ganz zu schweigen.

Darf es etwas Einheitsbrei sein?

So legt Tomb Raider zwar einen gekonnten und sehr abwechslungsreichen Mix aus Rätseln, Klettern und Schießereien aufs Parkett, der erst zum Ende hin etwas zu sehr in Richtung Action tendiert, aber wirklich fordernd wird es nur in den Schusspassagen (und gelegentlichen Try & Error Passagen mit Tomb Raider typischen Sterbeszenen). Hat man bei denen am Anfang wenigstens noch die Möglichkeit das ganze über Schleichwege etwas indirekter anzugehen, läuft es immer mehr auf offene Konfrontation hinaus.

Immerhin: Auch wenn der Rätselanteil höher sein dürfte, kann man sich jederzeit im Sammeln von Tagebucheinträgen, Artefakten, und aufspüren von 'Tombs' inkl. kleinen aber feinen Rätseleinlagen hingeben. Wer darauf lieber verzichtet und dem selbst die vorhandenen Knobeleien zu viel sind verwendet Laras 'Instiktsicht' (aka. N00b-Vision), die interaktive Objekte markiert und die junge Croft dazu motiviert hilfreiche Tipps von sich zu geben. Ein wenig Sammelei lohnt auf jeden Fall auch für Shooter Puristen, denn alle Waffen sind Upgradefähig mit Teilen aus der Umgebung.

Friedhof der gigantischen Gartenzwerge.

Wer sich beeilt ist nach ca. 12 Stunden durch, kann dann aber immer noch fehlende Bereiche via Schnellreisefunktion auf Geheimnisse erforschen oder sich dem integrierten Multiplayer hingeben. Der ist weder schlecht noch herausragend, aber auf jeden Fall eine Umgewöhnung, da die Steuerung sich vom Single Player Spiel unterscheidet.

In einem Punkt brilliert Tomb Raider aber ohne Frage: Die Präsentation ist in allen Belagen atemberaubend!


Review
 | Ein toller Ritt, ohne Nachwirkungen

Tomb Raider ist unglaublich nahe an der 'Eierlegenden Wollmilchsau', die jeder Spiele-Hersteller gerne schaffen würde. Man bekommt ein wundervoll präsentiertes cineastisches Erlebnis, was dennoch nicht in Quicktime Events ausartet und den Esprit der Serie zumindest Teilweise bewahrt, obwohl es die Shooter-Allerlei Spielergemeinschafft anspricht. - Mir persönlich gefällt es auch besser als Uncharted. Man mag über Laras Charakterentwicklung denken was man mag, aber gegenüber Sonnyboy Drake hat Sie zumindest eine und das Spiel lässt mir zumindest etwas explorative Freiheit.
Rückbetrachtend ist dann aber dennoch nicht viel mehr drin als ein kurzfristig eindrucksvolles Erlebnis ohne Nachwirkung. Denn wenn die interessantesten Kletter-, Hüpf- und Rätselpassagen in ein paar optionalen Tombs stecken, freue ich mich zwar dass es diese überhaupt gibt, ärgere mich aber wie belanglos sie im Rest des Spieles sind. Auch die unrealistischen Horden an unbeirrt anströmenden 'Schlachtvieh' zum Ende hin vergällen mir den Spielspaß nicht unwesentlich.
Warum auch ausgerechnet ein belangloser und bald vergessener Shooter-Multiplayer integriert wurde, anstatt das glorreich mit dem Spin-Off 'Lara Croft an the Guardian of Light' debütierte CoOp-Rätseln voranzutreiben, wissen auch nur die Entwickler selbst.
Auch gab es ein paar Semi-Spielbezogene Ernüchterungen. So ist der 'Soundtrack auf CD' der Collector's Edition nur ein Download Code und Tomb Raider von einigen (glücklicherweise eher seltenen) Plotstopper Bugs geplagt (die mittlerweile angeblich auch behoben sind), von denen mich auch einer heimgesucht hat und mein Spielzeiterlebnis nahezu zwangsverdoppelte. PC Spieler mit Nvidia-Karten und zu kleinem Genital freuen sich zudem über diverse Patches die immer neue Grafikfehler und/ oder Verschlimmbesserungen in Fräulein Crofts TressFX Haarpracht wirbeln.

Dennoch: Tomb Raider ist ein sich absolut rund steuerndes, schickes und durchaus spannendes survival Shootout-Abenteuer, das man sich unbedingt angucken sollte. Nur wie viel man für dieses Hollywoodkino-Erlebnis in Spielform hinlegen will, muss man für sich selbst festmachen.

  -  DS_Nadine


Review
 | Schlachterbahnfahrt mitohne Widerkehr!

Ich muss dem Kollegen in vielen Bereichen zustimmen. In einigen Belangen ist das neue Tomb Raider eine merkliche Versoftung. Gerade die Kletter- und Sprungpassagen hätte Crystal Dynamics mehr wie in ihren letzten Teilen gestalten können. Dafür zieht es erzählerisch durchaus viele Register und bemüht sich um eine ordentliche Schaufel Charakter. Bitter stößt mir nur der hohe Gewaltgrad auf, und einige Kinken in der Charakterentwicklung, die so nicht hätten sein müssen. Wenn Lara so viel durchmacht, sollte sie sich doch etwas mehr damit befassen können, als nur ängstlich am Lagerfeuer zu sitzen, überspitzt formuliert.

Dennoch: Der Gesamtweg gefällt mir und ich hoffe er wird mit großen Schritten und noch mehr Mut weiter beschritten. Tomb Raider gehört für mich sogar zu den wenigen Spielen die ich mit Freude ein zweites Mal angehe, und das will bei mir schon was heißen. Wer also vor etwas drastischerer Gewalt nicht zurückschreckt, sollte der neuen Lara definitiv eine Chance geben.

  -  Alexander Lachwitz



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