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30. Januar 2013
Review
  HITMAN: ABSOLUTION
  [ 360 / PC / PS3 ]   

HITMAN: ABSOLUTION Zeit den Barcodescanner zu entstauben, Agent 47 ist wieder im Dienst! Über sechs Jahre Pause sind in der Spielebranche eine kleine Ewigkeit und nicht immer gelingt die Reanimation. Schauen wir also was der Glatzkopf mit dem Strichcode auf dem Hinterkopf in seiner langen Pause alles gelernt hat.

Hitman: Absolution beginnt mit einer abwechslungsreichen und auch für Neulinge nicht zu schweren Mission, die gleichzeitig als Tutorial dient. Löblicherweise muss man sich nicht an die Vorschläge, die einem gegeben werden, halten. An vielen Stellen bekommt man schon hier eine ganze Schar an Möglichkeiten bereitgestellt, wie man seine Kontrahenten umgehen, ablenken und natürlich ausschalten kann. Wie gewohnt wird lautloses oder noch besser mordloses Vorgehen mit den meisten Punkten versehen. Spaß am kreativen Morden darf man natürlich dennoch haben, also wie gehabt nichts für zartbesaitete.

Mich deucht, da bahnt sich ein Wettskandal an.

Reden wir nicht drum rum. Hitman: Absolution ist kein familienfreundliches Spiel und auch keine Satire. Das Töten ist hier eiskaltes Handwerk, und je effektiver der Spieler, desto größer die Belohnung. Gegner von Dächern schubsen, mit Stromschlägen töten, sie unter Paletten begraben, vergiften, am lebendigen Leib verbrennen lassen... man möchte sich die Kreativ-Meetings der Entwickler, bei denen sie sich diese Sachen ausdachten, ungern vorstellen. Allerdings, trotz aller Härte, gab es dieses Mal keinen Eklat, wie anno dazumal bei einem Hitzetod in einer Sauna, welchen man in einem der Vorgänger ausführen konnte. Dieses Mal beschränkt sich der Ärger auf ein ziemlich dummes, wenn auch optisch (Männer) ansprechendes Domina-Nonnen-Promovideo. Das fällt aber unter den Bereich unfähiges Marketing, und ist weniger den Entwicklern anzulasten (auch wenn's besagte Nonnen leider ins Spiel geschafft haben...). [Anmerkung der Red.: Geil! Kaufgrund!!!]
Hitman: Absolution ist also ein Spiel ausschließlich für Erwachsene und erfordert durch das Gameplay viel strategisches Denken und geschicktes Timing. Anspruch und Brutalität sind also nicht zwangsweise ein Gegensatz.

Nach diesem kleinen Exkurs aber mal zurück zum eigentlichen Thema. Nachdem Agent 47 gleich zu Beginn seine frühere Kontaktperson und Auftraggeberin der Agency, jener Organisation die den geklonten Killer bisher behütet und in die Welt geschickt hat, erschossen hat, schnappt er sich ein junges Mädchen (die etwas besonderes zu sein scheint) und flüchtet fortan mit ihr vor genannter Agency und weiteren Häschern. Abgesehen von dem Kniff die frühere Kontaktperson und Vertraute der Spielfigur übers Messer springen zu lassen, keine überragende Hintergrundstory, aber eine solide. Vor allem versorgt sie den Glatzkopf mit einem moralisch verständlichen Modell, das seine folgenden Mordaufträge noch plausibel erscheinen lässt.
Jene führen ihn von belebten Märkten, über heruntergekommene Hotels, Waisenhäuser, Urbane und weniger Urbane Gegenden, die allesamt mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet sind. Zusammen mit den Bewohnern dieser Gegenenden, längst nicht alles Feinde, wird die Welt rund um den Hitman tatsächlich lebendig. Das liegt zum einen an der vorbildlichen Technik (abgesehen von vereinzelten matschigen Texturen gibt's nichts zu meckern), die auch größte Massenszenen problemlos stemmt, aber auch an den guten Dialogen und der Gestaltung der Aufgaben. Wer aufmerksam zuhört und sich viel umsieht, sammelt nicht nur nebenbei nützliche Werkzeuge und Beweismaterial ein, sondern erfährt natürlich auch hilfreiche Hinweise und bekommt viel mehr von der eigentlichen Geschichte mit. Solches Vorgehen gehört zwar zum Standardrepertoire für gutes Gameplay, wird aber selten so gekonnt umgesetzt wie hier.
Selbst Gegenden die man in späteren Aufträgen erneut besucht, erhalten durch eine andere Aufgabenstellung und gänzlich neue Verteilung der Gegebenheiten genug Reiz um nicht zu ermüden. Gerne führen die Entwickler den Spieler dabei sogar an der Nase herum, indem sie Mordmöglichkeiten aus dem vorherigen Besuch des Levels entfernen, und gänzlich andere einbauen. Also immer Augen auf, auf dem Weg zum Mordopfer!

Die Mechanismen des Gameplays schimmern zwar immer wieder spürbar durch die Fassade des Spiels, aber längst nicht so stark, dass ein Bruch entsteht. Manchmal fehlen offensichtliche Möglichkeiten um Mordfallen zu erstellen, und an anderer Stelle war es doch verwunderlich, warum man einige Häscher beseitigen kann, sich auch dann ihre Klamotten anzieht, aber deren Gesichtsmaske liegenlässt. Wir rennen also als einziger in der ganzen Bande ohne Maske rum, und dennoch wird niemand misstrauisch. Ein kleiner aber sehr unschöner Fauxpas...

Die Rezeption am Kornfeld-Bett-Hotel war sehr unzuvorkommend.

Im Vergleich zum Vorgänger gibt es an der Zahl der Möglichkeiten kaum Abstriche. Zwar mag man sich manchmal mehr im Bezug auf Ablenkungsmanöver oder kreative Unfallmorde wünschen, doch im großen und ganzen stimmt die Mischung. Das Erkunden der Gebiete, Beobachten der Gegner und Analysieren der Möglichkeiten nimmt den Großteil der Spielzeit ein. Selbst wenn man sich auf den leichteren Stufen mit dem neuen Instinkt-Modus kurzzeitig Hinweise, Gegner und deren Wege einblenden kann, oder ein schnelles Ausschalten mehrerer Gegner hintereinander; es ist mehr ein Notanker und weniger ein festes Werkzeug des Attentäters. Wer es freilich darauf anlegt als Rambo durch die Gegend zu Morden, kann das tun. Aber auch dies funktioniert spätestens ab der zweiten Schwierigkeitsstufe meist nur in Notfällen und sollte keine Dauermaßnahme sein.

Fern ab zum Schuss.

Was bleibt am Ende, außer einem leeren Magazin und einer beachtlichen Zahl an Todesopfern?
Agent 47 hat sein Handwerk nicht verlernt. Hitman: Absolution ist eine sehr gelungene Auferstehung, deren Glanzpunkte besonders im Gameplay und der Inszenierung der Einsatzgebiete bestehen. Die Story hätte sicher etwas mehr Finesse vertragen und bei der Grafik hätten es ein paar Leuchteffekte weniger auch getan. Zugegeben, während der Razzia in der Drogenhöhle, sorgten die Lichteffekte fast schon für passendes LSD-Flair.
An der Mehrspielerfront kann man Solo Aufträge bestreiten, und aus der eigenen Herangehensweise wird dann eine Herausforderung gestrickt die andere Spieler übertreffen müssen. Das Ganze ist kurzweilig und durchaus unterhaltsam, aber vermutlich nicht von Dauer, sofern man nicht ein paar feste Gefährten hat, mit denen man später beim Bierchen nochmal in Ruhe eine taktische Nachbesprechung machen kann. Technisch gibt sich das Spiel, abseits der Beleuchtung vielleicht, keine Blöße und zeigt was man aus den aktuellen Konsolen noch rausholen kann. Die Stellenweise matschigen Texturen sind wohl ein Zugeständnis an die Konsolen, während die PC-Fassung hier noch einen Ticken mehr glänzt. An musikalischer Front bleibt Hitman: Absolution solide und atmosphärisch auf düsteres Thriller-Flair gestimmt.


Review
 | Killer mit wenig Gefühl aber viel Taktik

So mag man das. Ein wiederbelebtes Franchise, mit einigen Neuerungen, nicht zu vielen Vereinfachungen und abwechslungsreichen Gebieten. Während einige Abschnitte fast schon gehetzt durchquert werden müssen, folgt meist direkt darauf wieder ein überschaubares Einsatzgebiet, das erst mal einer taktischen Analyse unterzogen werden kann. Nach und nach dann alle Zutaten zu sammeln, sowie das Timing für das perfekte Attentat auszuklabüstern, das weckt den alten Strategen in mir. Besonders löblich: Triggersequenzen gibt es kaum bzw. sie sind hervorragend kaschiert. Einige Opfer haben einen festen Rhythmus, andere tätigen einige Handlungen nur einmal, so dass man manchmal einfach schnell sein muss, für den eleganten Mord. Die Mischung aus beiden bietet genug Ansporn, damit selbst ich alter Achievement-Verachter doch mal Versuche, möglichst alle davon einzusammeln. Hut ab!

  -  Alexander Lachwitz



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